VOLLKOMMEN

GEDANKEN AM MEER

Es ist dieser Perfektionismus, der uns von uns wegführt. Dieser Irrglaube, dass es nur ein Maß gibt. Und erst wenn dieses vollkommen erfüllt ist, darf der Mensch sich zeigen.

Dabei liegt die Wahrheit oder die vermeintliche Wahrheit so viel näher. Wir sind schon vollkommen. Einfach indem wir atmen sind wir ganz. Alles andere folgt nur daraus.

Das Leben ist so bunt. Jeder Weg einzigartig und individuell. Es ist vollkommen müßig zu versuchen es zu bewerten oder Regeln festzulegen, die es zu erfüllen gilt.

Regeln können Rahmenbedingungen geben, an denen wir uns orientieren können, wenn wir selber gerade den Weg nicht finden. Aber niemals dürfen sie uns als Wesen bestimmen.

Religion als Orientierung oder Rahmen ist etwas Wundervolles. Allein wenn sie dazu missbraucht wird, über uns zu bestimmen, uns in unserem Strahlen und unserer Liebe einzuschränken, wird sie zur Gefahr. Wenn wir uns einbilden, dass wir einer Religion folgten, wird sie bedrohlich.

Denn wir folgen nicht, wir finden lediglich zurück. Zu uns, zu unserem Ursprung und zu Gott oder wie auch immer man diese Kraft nennen möchte. Wir gehen zurück zur Quelle, aber wir sind nicht das Flussbett.

Wie absurd es wäre, wenn das Wasser sich mit der Erde verwechseln würde, durch die es fließt. Das Flussbett entsteht aus dem Wasser. Nicht umgekehrt.

Religion entsteht aus Gott. Nicht umgekehrt.

Aus „Gedanken am Meer“, Januar 2018

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