GEDANKEN AM MEER: VOLLKOMMEN

Wenn ich in der Sonne sitze und auf das Meer schaue, wird mir immer wieder klar, mit wieviel Kraft wir gesegnet sind. Der Wind, die Wellen, die Sonne sind äußerer Ausdruck von dem, was in uns möglich ist. Wir sind diese Energie. Sind sie immer schon gewesen. Und indem wir uns mit diesen Kräften verbinden, im Innen wie im Außen, finden wir zu uns zurück. Wenn wir nur einen Moment lang aufhören zu glauben, wir seien von diesen Gewalten getrennt. Das Meer summt die gleiche Melodie wie der Wind in den Blättern. Und wenn wir genau hinhören, erklingt diese Melodie auch in unseren Herzen. Die Welt ist nichts Anderes als ein riesiges, perfekt dirigiertes Orchester. Und die Instrumente darin sind wir.

Und mit wir meine ich jedes einzige Lebewesen, inklusive jedem einzelnen Grashalm, Baum oder Strauch. Denn alles lebt. Alles summt, alles vibriert. Wenn wir einen Moment hinhören, können wir jedes einzelne Instrument hören. Wir erkennen mit Staunen, wie schön und wichtig jedes einzelne von ihnen ist. Dass dieses Meisterstück nicht so vollkommen sein könnte, wenn auch nur eines fehlen würde.

Es ist eine Boykottierung unseres Seins, unserer Lebensaufgabe, wenn wir uns nicht erlauben, an diesem Orchester teilzunehmen. Die Oboe hört ja schließlich auch nicht auf zu spielen, weil sie sich für zu kurvig hält. Oder die Geige eingeschnappt, weil ein anderes Instrument vermeintlich schöner spielt. Das Orchester lebt von der Liebe zur Musik. Der Hingabe jedes einzelnen, etwas Größeres zu erschaffen. Und der tiefen Erkenntnis, dass jeder in diesem Stück seinen Platz und seine Berechtigung hat. Dass es von fundamentaler Bedeutung ist, sich als gemeinsames System zu verstehen, um etwas Neues zu erschaffen. Und kein Instrument für sich alleine steht.

Wir alle können nur davon profitieren, wenn wir uns als Gemeinsames verstehen. Wenn wir einander helfen und uns ehrlich über die Gaben und Großartigkeit unserer Gefährten freuen können. Nicht nur für sie, sondern viel mehr für uns selbst. Denn je großartiger unser Umfeld ist, desto schöner ist unsere eigene Welt. Wenn ich bereit bin, mich für diese Schönheit zu öffnen, sie anzuerkennen und anzunehmen, wird auch mein Leben von ihr erhellt. Ich habe die Macht, mein Leben zu gestalten und die Energie zu mir zu lassen, die ich haben möchte. Ich habe die Macht, die Welt so zu erschaffen, wie sie mir gefällt.

Das ist das größte Geschenk. Dass wir gestalten können. Und je offener, je aufnahmebereiter unser Herz ist, desto größer die Fülle, aus der wir schöpfen können. So einfach ist das. Wenn wir unser Herz für Liebe öffnen begegnet uns Liebe. Und wenn wir wahrlich offen sind, erkennen wir sie auch in allem. Wenn wir alle Bedingungen zur Seite legen, uns von allen Glaubensweisen lösen, wie die Liebe denn auszusehen hat, geben wir ihr Raum und sie wird sich überall zeigen. In jedem Moment, in jeder Begegnung, in jedem Atemzug.

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