GEDANKEN AM MEER: DIE ZEIT

Wenn wir uns davon lösen, wann etwas geschehen soll, wird Zeit an sich irrelevant. Alles geschieht einfach „zur rechten Zeit“. Unser Leben wird soviel einfacher und effizienter, weil wir unsere Energie nicht mehr daran verschwenden, Dinge zu forcieren, dich (noch) nicht sein sollen. Es ist dann viel mehr ein Fließen.

Wie sinnlos es wäre, wenn ein Musiker anfangen würde, die Melodie des dritten Akts zu spielen, während das restliche Orchester noch beim Intro ist. Abgesehen davon, dass es die Gefahr birgt, das gesamte Orchester und auch das Musikstück durcheinander zu bringen, wäre es für den einzelnen Musiker mit viel Konzentration und Mehr verbunden, die Melodie, die für einen späteren Zeitpunkt gedacht ist, da hineinzuzwingen. Er wäre außerhalb des Flusses, ein Einzelkämpfer, und wäre nach der Aufführung womöglich erschöpft, ausgelaugt und obendrein unzufrieden, weil sich das gesamte Musikstück nicht stimmig anhören wollte. Und kein Musiker würde bei einer Aufführung anfangen, darüber zu schimpfen, dass das Orchester nicht beim dritten Akt ist. Nein, ein Musiker weiß um seine Noten. Er weiß, dass er eine nach der anderen spielen muss. Vielleicht gibt es einige künstlerische Variationen, aber er folgt dem Fluss, vertraut der Komposition und erfreut sich über die Genialität des Musikstückes.

Das Leben ist genial, wenn wir lernen, einzelne Momente wie Musiknoten zu begreifen. Wenn wir nichts vorwegnehmen, was noch nicht da ist. Wenn wir vertrauen, dass das Leben für uns das Beste zur Verfügung hat. Lernen wir hinzuhören, mitzuschwingen, dann kann Alles so leichtfüßig und liebevoll sein. Und das Leben hat dann die Möglichkeit, uns mit allem zu beschenken, was es für uns bereit hält.

 

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