DIE SACHE MIT DEN SCHUBLADEN

So häufig werde ich gefragt, was ich nun genau mache und welche (Berufs-)bezeichnung dies hat.  Viel häufiger noch stelle ich aber fest, wie wenig ich gefragt werde und wie häufig angenommen oder vorausgesetzt wird.

Wieso meinen wir, dass alles in unserem Leben einer Kategorie angehören muss? Wieso muss alles ein Label haben und ganz klar zugeordnet sein? Wieso ist es unserem Verstand nicht möglich, die Vielfalt und Großartigkeit  des Unbestimmbaren zu erkennen und uns selbst zu erlauben, alles das zu sein, was wir sein möchten? Und dies auch wieder ändern zu können, wenn es sich für uns danach anfühlt. Auch hier zeigt sich wieder, wie sehr wir festhalten wollen an dem Glauben, dass Dinge unveränderlich sind, wenn wir sie einmal gewählt haben. Einmal in einer Schublade einsortiert, bleibt es dabei. Noch nicht einmal der Schrank darf sich ändern.

Und doch haben wir eine Wahl. Wir dürfen so bunt sein, wie wir es wünschen. Dürfen aus allen Schubladen wählen und uns das zusammenstellen, was uns gerade gefällt. Ohne Erklärung, erst recht ohne Rechtfertigung.

Unsere Seele ist vielfältig, sie kann sich entsprechend auch auf vielerlei Weise ausdrücken. Wer die Musik liebt, muss nicht dem Handwerk abschwören. Wer Yoga lehrt schließt nicht automatisch aus, auch Führungskraft eines Unternehmens zu sein. Im Gegenteil. Wenn wir die Komponenten zu uns lassen, die zu uns gehören und diese miteinander kombinieren, erschaffen wir das Kunstwerk, das wir eigentlich sind. Wir werden einzigartig, quellen über vor Gaben und Fähigkeiten. So weit, dass es uns dann ein Leichtes ist, diese mit anderen zu teilen. Wenn wir uns selbst erlauben, uns aus all dem, was uns zur Verfügung steht zu bedienen, und dies auf energiebringende Weise zu nutzen, werden wir auch unseren Mitmenschen gegenüber großzügiger. Neid, Missgunst oder Bewertungen sind dann völlig überflüssig. Warum auch? Jeder hat dann genau das, was zu ihm gehört und was ihn in der Tiefe seines Herzens erfüllt.

Also wählen wir doch die Vielfältigkeit und Vielseitigkeit. Durchwühlen wir alle Schubladen auf der Suche nach allen Schätzen und sortieren wir sie neu. Immer und immer wieder, so oft wir meinen.

Vielleicht brauchen wir manchmal auch einen neuen Schrank, weil sich die Inhalte in den Schubladen oder gar die ganze Form des Schrankes so gar nicht stimmig anfühlen möchten. Auch das ist möglich. Und vollkommen legitim. Hören wir doch auf, uns selber Grenzen zu setzen. Hören wir vor allem damit auf, sie Anderen zu setzen.

 

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